Wie aus Liebe Freundschaft wird

Wenn eine langjährige Beziehung in die Brüche geht, bleibt oft ein Scherbenhaufen übrig. Ein Berg auf dem sich unsortiert Unausgesprochenes, Wut, Trauer und Verletzungen türmen. Für viele Menschen ist darum die Vorstellung, zu dem Ex-Partner eine freundschaftliche Beziehung aufrechtzuerhalten, fast undenkbar. Obwohl es sich eigentlich fast jeder wünscht – manchmal allein schon wegen der Kinder.
Doch die wenigsten Paare schaffen es, Liebe in Freundschaft zu verwandeln. Woran das liegt, erklärt Mathias Voelchert, Familienberater und Autor des Buches „Trennung in Liebe“.

Was die meisten Therapeuten in solch einer Situation raten, ist,  dass beide Partner ausreichend Zeit zum Trauern haben, dass sie ihre Beziehung und die eigene Rolle erst aufgearbeitet müssen, bevor eine neue Ebene zwischen den Partnern von einst gefunden werden kann. Oftmals ist das gar nicht möglich und vor allem auch nicht sinnvoll – nämlich dann, wenn die Differenzen zu groß sind und auch die Freundschaft wieder in Streit enden würde.
Denn, wie Psychologen von der University of Connecticut herausgefunden haben, sind Freundschaften nach Trennungen ohnehin wesentlich konfliktreicher als andere.

War Freundschaft vorher ein Teil der Beziehung, muss sie nun ohne die anderen Aspekte der Partnerschaft auskommen, nämlich Sexualität und tiefe emotionale Bindung.

Nun fallen allerdings  Sexualität und Bindung weg und das verwirrt emotional und führt laut Aussage von Forschern zu einer Art Mangelgefühl. Von dem Wunsch, das von dem Expartner noch zu bekommen, muss man sich zunächst lösen – sonst hat die Freundschaft keine Chance. Und das kann eben sehr lange dauern.
Gelingt es allerdings, dann ist solch eine Freundschaft unglaublich bereichernd. Schließlich kennt man sich gut und weiß genau, woran man bei dem anderen ist.

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