Vergleichen hilft

Eigentlich soll ja der Vergleich die Wurzel allen Übels sein. Meist verursacht er Neid, aber – und das ist das Ergebnis einer neuen Studie – manchmal tut Vergleichen richtig gut. Und zwar genau dann, wenn wir selbst eine falsche Entscheidung getroffen haben, im Anschluss natürlich mit uns hadern und Schwierigkeiten haben, uns damit zu arrangieren.
Suchen wir uns in solch einer Situation einen Menschen, dem es noch schlechter geht als uns, streichelt das die eignene Seele und lässt das Bedauern verschwinden.

Das Team um die Psychologin Isabelle Bauer von der Concordia-Universität im kanadischen Montreal stellte dieses Ergebnis aktuell im Fachmagazin „Personality and Social Psychology Bulletin“ vor.
Das genaue Ergebnis der Auswertung:
Hatten die Studienteilnehmer das Gefühl, anderen Menschen um sie herum gehe es schlechter als ihnen selbst, verloren die eigenen negativen Gefühle schneller an Bedeutung.
Scheint so, als sei ein unbewusster Vergleich mit anderen Menschen, denen es schlechter geht, als einem selbst, demnach eine gute Kompensationsstrategie für die eigenen Schwierigkeiten, so die Forscher.

„Spannenderweise verbessert dieser Vergleich mit schlechter Gestellten nicht nur das Wohlbefinden, sondern beugt auch gesundheitlichen Problemen vor“, sagt Carsten Wrosch, Psychologe an der Concordia-Universität und Mitautor der Studie.
Demnach waren Probanden, die mittels dieser Taktik ihre negativen Gefühle sich selbst gegenüber in den Griff bekamen, weit weniger anfällig für Erkältungskrankheiten. Das jedenfalls ergab der zweite Teil der Studie. „Der emotionale Stress durch Reuegefühle kann Hormonhaushalt und Immunsystem aus dem Takt bringen und Folgeerkrankungen begünstigen.“, so einer der Forscher.

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