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Mehr Zeit für Familie

Dienstag, 31. August 2010

Betrachtet man die Ergebnisse jüngster Studien, zeigt sich ein deutlicher Trend ab. Privatleben und Familie nehmen einen höheren Stellenwert vor Karriere ein.
Heutzutage sind offensichtlich immer weniger Menschen sind bereit, ihr Familienleben gegen Arbeitsstunden zu tauschen.
Vor allem bei Vätern wächst der Wunsch, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Auf der anderen Seite allerdings möchten Frauen wieder mehr als nur in Teilzeit arbeiten. So jedenfalls stellt sich das Ergebnis des Monitors Familienleben 2010 dar, das vom Umfrageinstitut Allensbach für das Familienministerium erstellt wurde.
So sind Themen wie Familie und Beruf den Deutschen im Moment wichtiger als eine Steuersenkung oder die Gesundheitsreform.
Familienministerin Kristina Schröder formulierte es bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Berlin so: “Zeit ist die Leitwährung einer modernen Familienpolitik”.

In der Umfrage gaben 78 Prozent der Befragten an, dass ihnen der Bereich Familie sehr wichtig ist. Und damit liegen Arbeit mit 41 Prozent und Freundeskreis mit 45 Prozent deutlich dahinter.

Leider hat die Politik noch immer nicht auf das wachsende Bedürfnis der Menschen reagiert. Für Frauen ist es nach wie vor ein Drahtseilakt, Beruf und Familie unter einen Hut zu kriegen. Das gaben immerhin 63 Prozent aller Befragten, bei Müttern von kleinen Kindern oder Jugendlichen sogar 72 Prozent an.
Sie wünschen sich für Schulen und Kindergärten flexiblere Betreuungszeiten. Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen stehen ebenfalls hoch oben auf der Wunschliste.

Schröder verurteilte bei der Vorstellung der Studie die bisher in Unternehmen herrschende “familienfeindliche Präsenzkultur”. Ihr Anliegen: Arbeit soll künftig nach ihrer Qualität bewertet werden und nicht nach der Zahl der geleisteten Stunden.

Passend dazu startet im Herbst – initiiert vom Familienministerium und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Initiative “Flexible Arbeitszeiten”. Ziel sind insgesamt mehr Teilzeitstellen, die nur wenige Stunden unter Vollzeit sind. Damit wäre ein Schritt in die richtige Richtung getan, denn laut Umfrage zufolge wollen 60 Prozent der Männer gern ihre Arbeitszeit für die Familie reduzieren.