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Sorgen

Sunday, July 25th, 2010

Wie sagte es Mark Twain so treffend?
“Die meisten meiner Sorgen sind nie eingetreten!”
Und so ist es auch, wenn wir uns Sorgen machen, dann überwiegend, indem wir negative Zukunftsgedanken produzieren und uns ausmalen, was alles Schlimmes passieren könnte. Die Folge davon: wir entwickeln Angst.
Angst vor der Verarmung oder Angst vor Verlust, um nur zwei zu nennen.
Wer meint, dass – sich zu sorgen – in der menschlichen Natur liegt, der irrt. Sich Sorgen machen ist anerzogen, damit also eine Angewohnheit.
Wichtig ist es grundsätzlich  zu unterscheiden, ob man nur mal besorgt ist, oder ob man sich Sorgen macht. Schon die Formulierung gibt Aufschluss über den Unterschied. Während besorgt sein eine nützliche Lenkung des Bewusstseins auf eine realistische Problemlage  ist, mache ich mir im anderen Fall selbst Sorgen über etwas, dass ich real gar nicht vorhersagen kann, weil mir der Blick in die Zukunft fehlt.
Im Falle des besorgt seins entsteht durch aktive Auseinandersetzung mit dem Problem meist die Vorsorge – also eine Lösung. Beim Sorgen machen bleibt es überwiegend bei einer Grübelei mit diffusen Ängsten – dann allerdings ohne Lösung.

Dass sich ständig Sorgen zu machen, krank macht, ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen. Man spricht zum Beispiel von einer generalisierten Angststörung, wenn das Grübeln länger als sechs Monate anhält und alle Lebensbereiche lähmt. Durch Angst schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus. Die Folge ist ein anhaltender Stresshormonspiegel, der zu einer Überforderung für das gesammte System führt.

Aber warum machen wir uns überhaupt Sorgen?

Sich Sorgen zu machen entsteht meist aus einem Gefühl der generellen Hilflosigkeit und Ohnmacht. Uns fehlt vielleicht das Vertrauen in uns selbst und in unsere Fähigkeiten. Wir scheuen uns, Entscheidungen zu treffen, weil wir Angst haben, dass wir die falschen treffen und wir entweder dafür bestraft werden oder uns lächerlich machen. Fehlt das Grundvertrauen, dann wird die Welt schnell zu einem Ort, wo hinter jeder Ecke eine Gefahr lauert.

Spannend ist, dass wir glauben, indem wir uns Sorgen machen, üben wir Kontrolle aus. Leider ist das Gegenteil der Fall, denn gerade die Sorgen und Ängste sind es, die uns unvorbereitet lassen. Sich Sorgen zu machen ist eigentlich Verschwendung von Lebenszeit und Energie. Probieren Sie es doch stattdessen lieber mit Vorsorge und Handeln.
Oder kümmern Sie sich nur um die Dinge, die Sie auch wirklich beeinflussen können.
Stellen Sie sich die Sorgen-Gedanken in Ihrem Kopf wie einen Gast vor. Ist er freundlich? Möchten Sie ihn wirklich um und bei sich haben? Wenn nicht, dann raus damit! Schließlich sind Sie der Herr im Haus.