Raus aus der Schuldenfalle

Laut einem Bericht in der Berliner Morgenpost, hat die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Demnach haben 2010 fast 140.000 Bundesbürger diesen Weg aus der Schuldennot gewählt. Ein Anstieg um 6,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009, so die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

Betroffen sind vor allem junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren. Und in dieser Altersgruppe besonders junge alleinerziehende Frauen. Laut Bürgel sind die Hauptursachen für eine Privatinsolvenz: Arbeitslosigkeit, dauerhaftes Niedrigeinkommen, eine gescheiterte Selbständigkeit, Trennung und Scheidung. Oft führen aber auch mangelnde Erfahrungen in Geldangelegenheiten, unpassendes Konsumverhalten und Einkommensrückgang in die Schuldenfalle.

Vielleicht liegt es daran, dass die Jugendlichen heutzutage den Umgang mit Geld nicht mehr erlernen. Oft stecken schon die Eltern in der Schuldenfalle oder demonstrieren einen verschwenderischen Umgang mit Geld, den die Kinder dann übernehmen.

Geht man in die Privatinsolvenz, kommt man nicht umhin, seine Einnahmen und Ausgaben bis ins kleinste Detail zu überprüfen. Es werden Pläne erarbeitet, wie die Schulden abzuzahlen sind und der Schuldner wird verpflichtet, alle Zahlungen auch wirklich einzuhalten. Für viele ist das erst einmal Neuland. Zu verlockend sind Kreditkarten, Dispo und ungedeckte Schecks.

Aber der Weg lohnt sich, denn nach sechs Jahren ist man schuldenfrei. Betroffene wenden sich am besten an eine regionale Schuldnerberatungsstelle.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten Sie – sobald sie merken, dass Sie aus dem Dispo nicht mehr rauskommen, oder die Rechnungen sich bei Ihnen stapeln, das Gespräch mit der Bank suchen. Da ein gegenseitiges Interesse an einem Schuldenabbau besteht, kann man dort mit einem Mitarbeiter sicher über mögliche Lösungen sprechen.

Parallel dazu sollte man sich einen genauen Überblick über alle Ausgaben und Einnahmen verschaffen und sich von unnötigen Verbindlichkeiten trennen.

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