Keine Angst vor der Angst

Eigentlich müssten wir uns keine Sorgen machen. Der Lebensunterhalt ist für die meisten von uns abgesichert, wir leben in keinem Krisengebiet, die Gefahr, dass wir von einem Tsunamie überschwemmt oder von einem Erdbeben der Stärke 9 heimgesucht werden ist relativ gering und auch sonst stehen die Chancen gut, dass wir das Rentenalter unbeschadet erreichen.

Wo vor fürchten wir uns dann? Wie kommt es, dass immer mehr Menschen sich mit diffusen oder auch ganz konkreten Ängsten herumschlagen? Und wenn es so ist, was können wir mit dieser Angst tun? Wie können wir sie verwandeln?

Aktuell fürchten sich viele Menschen vor dem Jahr 2012. Nach dem Kalender der Maya beginnt in diesem Jahr ein neuer Zyklus für die Erde. Vorher brechen jedoch alte Strukturen zusammen, Überholtes und Starres wird sich lösen und Menschen, die nicht bereit sind, diesen Wandel zu vollziehen, wird dramatisches prophezeit.

Abgeshen davon, dass diese Thesen allgemein zu hinterfragen sind, kann aber jeder für sich mal schauen, was konkret ihm daran Angst macht. In der dynamischen Psychotherapie sagt man: “Wo die Angst ist, da ist der Weg.” Oder anders: “Der Schatz liegt hinter dem Drachen.”

Angst gehört zu uns, wie das Ein- und Ausatmen. Angst schützt uns vor Gefahren, ob sie nun echt oder eingebildet sind. Die Chance liegt darin, zu erkennen, ob die Angst der Situation angemessen ist, oder ob wir die Situation als Projektionsfläche für alte, vielleicht kindliche Ängste benutzen.

Wenn Sie unter Ängsten leiden, empfielt es sich auf jeden Fall, sich der Angst zu stellen, statt vor ihr davon zu laufen. Fragen Sie sich: “Was kann mir im schlimmsten Fall passieren?” und “Ist das meine eigene Angst oder ist es eine Angst aus meiner Kindheit?”

Wenn Sie allein keine Antworten finden, scheuen Sie sich nicht, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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