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Chilenischer Kumpel beim New-York-Marathon

Monday, November 8th, 2010

Der New-York-Marathon ist beendet und abgesehen von dem, der als erster die Ziellinie überquerte, gibt es wohl einen ganz klaren Sieger. Den chilenischen Kumpel, Edison Peña, der noch vor wenigen Wochen unter Tage eingeschlossen war und an dessen Rettung die ganze Welt Anteil nahm.

Er hatte sich die letzten Tage vor der Rettungsaktion mit Laufen fitgehalten. War durch die unterirdischen Gänge gerannt, oft in völliger Dunkelheit. Die Organisatoren des New-York-Marathons hörten davon und luden ihn nach New York ein. “Wir dachten, dass er das Zielband halten könnte oder in einem warmen Auto die Strecke abfahren kann”, so die Präsidentin der New York Road Runners, Mary Wittenberg. Doch es kam ganz anders. Peña wollte laufen und nicht nur das. Er wollte unter sechs Stunden laufen.

Das ist ihm gestern gelungen. Nach fünf Stunden und 40 Minuten erreichte er das Ziel – zwar mit Schmerzen, aber dafür überglücklich.

Anderen Mut machen – das war seine Vision und sie erinnert uns daran, dass es immer wieder Menschen gibt, die selbst nach tragischen persönlichen Schicksalen aufstehen und die Kraft haben, andere auf ihrem leidvollen Weg zu unterstützen. Es liegt wohl in der Persönlichkeit des Einzelnen begründet, wie ein Trauma verarbeitet wird. Und es liegt – soweit ist die Forschung vorgedrungen – an unserem Vertrauen, was wiederum in der Bindung an eine Vertrauensperson in frühester Kindheit gekoppelt ist. Das nuss übrigens nicht die Mutter oder der Vater gewesen sein.

Vertrauen in die eigene Kraft, Vertrauen ins Leben und in die Zukunft – selbst dann, wenn es mal alles andere als rosig aussieht – das ist das Geheimnis kraftvoller und motivierender Menschen. Lassen wir uns doch ein wenig von ihnen anstecken!