Laut einer Analyse des Softwareunternehmens Optenet sind zeigen 37 Prozent aller Seiten im Netz pornographische Inhalte. Und ein Ende des Trends ist nicht abzusehen. Sex sell’s – die Kasse klingelt vor allem im Netz.
Ob es nun daran liegt, dass die sexuelle Befriedigung nur einen Klick entfernt ist, oder ob die Anonymität im Netz dafür sorgt, dass immer mehr Menschen süchtig nach Netzpornographie sind, bleibt ungeklärt. Fakt ist, die Zahl derer, die selbst nicht mehr herauskommen aus dem Teufelskreis von Lust, Begierde und schneller Befriedigung steigt rasant.
So haben sich Kirche und die Union bereits Gedanken gemacht, wie man diesem Problem Herr werden kann. Sie fordern Netzsperren für Pornoseiten. Ein Vorschlag, der wenig bringt, da die Sperren meist relativ schnell umgangen werden und man damit dem eigentlich tiefer sitzenden Problem wahrhaftig nicht zu Leibe rücken kann.
Wie bei jeder anderen Sucht, lenkt die Stimulation mit Pornovideos oder der wilde Austausch in Chatrooms von den wahren Problemen ab.
Leere, Einsamkeit, Stress, verdrängte Gefühle, Beziehungsprobleme – das sind nur einige der Faktoren, die mit der schnellen Lust und dem Kick umgangen werden wollen.
Meist merken die Betroffenen schnell, dass etwas nicht im Lot ist – doch Hilfe gibt es nach wie vor zu wenig. Auf Online Sexsucht spezialisierte Therapeuten sind rar gesät – allenfalls kirchliche Träger bieten Beratung an.
Neben dieser Entwicklung gibt es allerdings auch noch einen ganz erfreulichen Trend. Denn trotz niedriger Eintrittsschwellen ins Land der Pornos und Sexbildchen besinnt sich die Jugend wieder auf traditionelle Werte. Die Generation Porno ist züchtiger und keuscher, als vermutet. Aktuell erschienen dazu das Buch: “Generation Geil” von Katharina Weiß.
Der Druck, der von Medien und Gesellschaft in der heutigen Zeit auf das Sexualleben von Männern und Frauen ausgeübt wird, ist immens. Alte Klischees werden immer wieder bedient, so zum Beispiel, das Männer immer wollen und die Frauen häufig keine Lust auf Sex haben.
Das Feuer der Liebe ist längst erloschen. Der Alltag bestimmt das Handeln und immer mehr schleicht sich das dumpfe Gefühl durch die Hintertür, nicht mehr am richtigen Platz zu sein. Gemeinsame Gespräche gibt es kaum noch, Intimität vielleicht, vielleicht auch nicht. Jeder versucht seine eigenen Interessen durchzuboxen, am Ende streitet man sich erbittert um die Fliege an der Wand.