Archiv für die Kategorie ‘Karriere’

Selbstüberschätzung als Erfolgsschlüssel

Donnerstag, 11. November 2010

Warum schaffen es so wenige Frauen in die Führungsetagen der Konzerne? Amerikanische Wissenschaftler glauben nun den Grund gefunden zu haben. Männer überschätzen die eigene Leistung und haben auch klein Problem damit, sich selbst ins rechte Licht zu rücken, auch wenn sie um wissen, dass sie eigentlich nur Mittelmaß sind.

Mit den Ergebnissen dieser US-Studie räumen die Forscher rund um Ernesto Reuben von der Columbia University mit einem alten Irrglauben auf. Es ist nicht so, dass die Frauen den Konkurrenzkampf scheuen oder die Männer gezielt Frauen diskrimminieren, um sich eine bessere Position zu verschaffen. Nein – sie sind einfach nur besser darin, ihre Leistungen so aufzubauschen, dass ihnen das einen Vorteil bringt.

Während die Frauen in einem Testschritt  ihre tatsächliche Leistung um rund 15 Prozent besser darstellten, mogelten die Männer ihre Fähigkeiten um 30 Prozent besser.
Für die Wirtschaft kann das nur bedeuten – wenn Unternehmen daran interessiert sind, mehr Frauen in den Führungsetagen zu haben, müssen objektiv, messbare Leistungskriterien bei den Auswahlverfahren eingesetzt werden. Damit würden die Aufstiegschancen für Frauen deutlich erhöht.

Denn dass Frauen sehr wohl hervorragende Führungspersönlichkeiten sind, beweisen die wenigen, die bis an die Spitze gelangt sind. Es gibt übrigens einen deutlichen Trend, der sich abzeichnet. Mehr und mehr jüngere Frauen rücken in Spitzenpositionen auf.

Und – weibliche Führungskräfte sind vor allem in kleinen Unternehmen tätig. Mehr als ein Viertel der Führungspositionen in Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sind mit Frauen besetzt. Doch schon bei Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten ist es nur noch jeder siebte Chefsessel, auf dem eine Frau sitzt.

Gehaltspoker

Freitag, 15. Oktober 2010

Um mehr Gehalt zu bitten, ist für jeden Angestellten eine große Herausforderung. Obwohl man weiß, dass die eigene Leistung einen höheren Geld-Gegenwert verdient hat, zögern doch viele Menschen, den Schritt zu wagen und einen Gehaltszuschlag zu fordern.
Zum einen liegt es natürlich daran, dass wir grundsätzlich Angst vor Zurückweisung haben. Was könnte der Chef denken? Spiele ich mich mit meiner Forderung ins Abseits? Ist mein Wunsch anmaßend? – all das sind Fragen, mit denen wir uns bewusst oder unbewusst beschäftigen, wenn das Thema Gehaltserhöhung ansteht.
Damit aus diesen Zweifeln keine Stolpersteine werden, ist es notwendig, sich auf das Gehalts-Gespräch gut vorzubereiten.
Erfolgreich mehr Gehalt zu verhandeln, gelingt nur dann, wenn Sie sich darüber im Klaren sind, dass Sie zwar “gefühlt” auf einer Bitt-Position stehen, eigentlich aber lediglich einen adäquaten Gegenwert für Ihre erbrachte Leistung einfordern. Das ist Ihr gutes Recht und wenn Sie diese Einstellung ausstrahlen, befinden Sie sich automatisch auf Augenhöhe mit Ihrem Gegenüber.
Es lohnt sich allerdings, genau zu wissen, in welcher wirtschaftlichen Lage sich Ihr Unternehmen befindet. Hochzeiten sind für Gehaltsforderungen natürlich besser geeignet, als Zeiten, in denen das Unternehmen nicht so gute Zahlen schreibt.
Vergleichen Sie vorab Gehälter. Wo liegen Sie mit Ihrem derzeitigen Gehalt? Hilfe finden Sie unter anderem bei destatis.de der Seite des Statistischen Bundesamts. Auf Basis dieser Zahlen können Sie sich nun ein Ziel stecken. Gut ist, eine Untergrenze festzulegen. Bis wohin geht Ihr Verhandlungsspielraum. Bleiben Sie dann auch konsequent dabei.
Für das Gespräch selbst ist es wichtig, dass Sie a) immer sachlich bleiben und b) Ihre Argumentationskette nicht mit persönlichen Dingen wie: alles wird teuer, die Kinder benötigen so viel oder Ähnlichem aufbauen.
Halten Sie Augenkontakt, üben Sie sich in der Technik des Spiegelns und sollten Sie trotzdem nicht ans Ziel kommen, dann erklären Sie ruhig, dass Sie sich in einem halben Jahr wieder melden.gehältervergleich,

Auszeit im Kloster

Montag, 04. Oktober 2010

Wer wünscht sich das nicht – einfach mal aussteigen. Alles hinter sich lassen. Arbeit, Familie, all die alltäglichen Verpflichtungen. Zeit und Ruhe, um zu sich selbst zu finden und in der Abgeschiedenheit und Stille dem Leben vielleicht auch wieder eine neue Richtung geben. “I bin reif für die Insel…” sang schon Peter Cornelius und spricht damit wohl so manchem Stressgeplagten aus der Seele.

Manchmal hat man den Eindruck, dass die tagtäglichen Anforderungen einem über den Kopf wachsen. Jeder will etwas von uns, wir erwarten selbst viel vom Leben und irgendwie rauscht die Zeit wie im Fluge vorbei. Gleichzeitig wächst die Sehnsucht danach, mal anzuhalten, rauszusteigen aus dem Hamsterrad und den Alltag hinter uns zu lassen. Eine Auszeit in einem Kloster scheint genau das Richtige zu sein.

Abkehr vom Stress. Keine E-Mails, kein Handy, keiner, der irgendetwas will.

Außer man selbst. Denn eins ist klar.
Eine Kloster-Auszeit ist mit Sicherheit kein Wellness-Urlaub.
Denn die Stille im Außen, gibt der Stimme im Inneren mehr Raum. Und wenn wir uns ersteinmal erlauben, die eigene innere Stimme zu hören, kann sie so manche unbequeme oder auch schmerzende Wahrheit ans Tageslicht befördern. Vieles, das wir im normalen Alltag verdrängen können – sei es der schlecht bezahlte Job, die unbefriedigte Beziehung, Partnerprobleme, Wünsche oder Sehnsüchte – drängt dann plötzlich nach oben und will gehört werden oder fordert direkt Konsequenzen.

Das ist nicht immer leicht auszuhalten. Doch damit sind die Mönche und Nonnen vertraut. Und auch der streng geregelte Tagesablauf in einem Kloster hilft bei der Bewältigung der inneren Arbeit.

Ungefähr 300 Klöster bieten in Deutschland entsprechende Angebote für Kurzzeit – Aussteiger an.

Entscheiden

Montag, 20. September 2010

Soll ich oder soll ich nicht? Wie entscheide ich mich richtig?
Kaum etwas fällt uns so schwer, wie eine Entscheidung zu treffen.

Soll ich dies oder das kaufen? Soll ich mich trennen oder doch lieber bleiben? Soll ich meinen Beruf wechseln oder die nächsten Jahre in der Firma bleiben?

Unser ganzes Leben und damit jeder einzelne Tag ist von vielen Entscheidungen geprägt. Oft finden wir unbewusst eine Antwort ohne das wir großartig darüber nachdenken. Schon morgens aufzustehen, ist die Entscheidung, nicht im Bett zu bleiben.

Wir kommen schlichtweg nicht drumherum, Entscheidungen zu treffen. Was aber, wenn ich hadere und mich nicht so richtig entscheiden kann?
Wer oder was bringt mir Entscheidungshilfen und erleichtert mir damit den Entscheidungsprozess?

Letztendlich müssen wir jede Entscheidung selbst treffen, aber es gibt ein paar Tipps, wie man schneller zu einem Ergebnis kommt.

Fragen Sie sich, welche Konsequenzen ihre Entscheidung hat. Geht es hier um Leben oder Tod? Können Sie anderen oder sich selbst schaden? Wenn nicht, dann nehmen Sie die Luft raus – denn eine Fehlentscheidung bedeutet nicht das Ende der Welt. Schon allein diese Einstellung befreit und macht den Weg zur Lösung frei.

Erstellen Sie ein Plus/Minus Liste für alle Alternativen. Möglichst schriftlich!

Besprechen Sie das Thema mit Freunden. Aber lassen Sie sich nicht von zu vielen Meinungen verwirren.

Setzen Sie sich eine deadline, bis wann die Entscheidung getroffen sein soll. Und vor allem: beenden Sie, nachdem Sie sich entschieden haben das Gedankenkarusell. Sagen Sie sich innerlich: “Stopp – das ist entschieden!”

Hadern Sie nicht mit einer Entscheidung, die sich im nachhinein vielleicht als nicht so passend herausstellt. Manchmal braucht es eine längere Zeitstrecke, um die wirklichen Auswirkungen zu erkennen und schon oft hat sich eine Entscheidung, die als “falsch” bezeichnet wurde, nach längerer Zeit als goldrichtig herausgestellt.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Donnerstag, 09. September 2010

Sexuelle Belästigung ist immer wieder ein Thema und macht auch vor Prominenz nicht halt. Das zeigen aktuell die Fälle von Ex-HP Manager Hurd und Britney Spears.

Hurd erklärte nachdem ihm eine ehemalige PR Frau sexuelle Belästigung unterstellte hatte, sofort seinen Rücktritt. Sie verklagte ihn nicht, sondern willigte in einen Vergleich ein. Anders bei Britney Spears. Sie wird von ihrem Ex-Leibwächter beschuldigt, ihn sexuell belästigt zu haben. Nun hat er in Los Angeles Klage gegen die Sängerin und Popikone eingereicht und es wird zu einem Prozess kommen.

Spannend ist in dem Zusammenhang immer wieder die Frage, wo denn genau die Grenze zwischen einer netten Flunkerei oder einem Flirt und sexueller Belästigung verläuft? Ab wann sagt man: Ich wurde sexuell belästigt und vor allem, ab wann kann man sich gegen sexuelle Belästigung wehren?

Generell können Sie eindeutiges Hinterherpfeifen, auffälliges Anstarren, anzügliche Bemerkungen mit sexuellem Inhalts, direkte körperliche Berührungen, das Aufdrängen sexueller Handlungen, unerwünschte Einladungen mit eindeutigen Inhalten, das Zeigen pornografischer Darstellungen, Androhung beruflicher Nachteile bei sexueller Verweigerung oder das Versprechen von Vorteilen bei sexuellem Entgegenkommen und natürlich Vergewaltigung als Tatbestand der sexuellen Belästigung verstehen.

Wie Sie eine Handlung einordnen, hängt natürlich davon ab, wo Ihre ganz persönliche Grenze liegt. Scheuen Sie sich nicht, sich an den Betriebsrat, den oder die Gleichstellungsbeauftragte oder an eine höhergestellte Person innerhalb des Betriebes zu wenden, wenn Sie sich belästigt fühlen. Sie haben immer das Recht, sich zu wehren, wenn Sie das Gefühl haben, dass ein anderer Mensch Ihnen zu nahe kommt oder Sie herabsetzt.

Äußern Sie auf jeden Fall klar und deutlich, dass Sie sich belästigt fühlen und drohen Sie auch mit Konsequenzen im Wiederholungsfall. Machen Sie sich Notizen mit Datum, falls es öfter vorkommt.
Und vor allem: keine falsche Scham. Nehmen Sie sich und das was Sie empfinden ernst!

Das liebe Geld

Dienstag, 07. September 2010

Macht viel Geld glücklich? Leben Menschen, die Millionen auf ihren Konton haben, zufriedener als der kleine Angestellte, der am Ende des Monats rechnen muss?

Ja – Geld kann glücklich machen. Keine Frage. Finanzieller Druck bedeutet Stress und schadet letztendlich der Gesundheit. Nur ist es denn beim Thema Geld so, dass viel auch viel hilft?
Nein. Amerikanische Wissenschaftler haben versucht, herauszufinden, wo die Schwelle ist, die Obergrenze – also genau der Punkt, wo mehr auch nicht glücklicher und zufriedener macht.

Dazu werteten der Psychologe Daniel Kahneman und sein Kollege Angus Deaton von der Princeton University 450.000 Fragebögen des Gallup-Healthways Well-Being Index aus.
Gefragt wurde praktisch täglich nach dem gefühlten Glück. Auf einer Skala von null bis zehn machten die Teilnehmer ihre Kreuzchen und machten zudem noch Angaben zu ihrem allgemeinen Wohlbefinden – sprich Stress, Ärger, Traurigkeit oder den kleinen und großen Glücksmomenten. All diese Angaben setzen die Forscher ins Verhältnis zu dem Einkommen der Teilnehmer und so kam es zu dem ziemlich eindeutigen Ergebnis:

58.000 Euro im Jahr reichen für das Glücksgefühl – mehr Geld hat kaum Einfluss auf das individuelle Glücksempfinden.

Das sind umgerechnet rund 159,00 Euro pro Tag – Wochenenden und Feiertage mit eingerechnet. Ein Verdienst, von dem viele Menschen ihr Leben lang nur träumen werden.

Dabei gibt es durchaus Wege und Möglichkeiten, sein Einkommen zu verbessern. Es ist erstaunlich, dass es oft nicht an Chancen mangelt, sondern an der Einstellung zum Geld.
In diesem Zusammenhang spielen innere Muster oder Glaubenssätze eine prägende Rolle. Wenn ich der Meinung bin, dass “Geld stinkt” oder “Reiche arrogant und überheblich” sind, dann werde ich unbewusst meinen eigenen Reichtum boykottieren.

Geld hat auch viel mit dem eigenen Selbstwert zu tun. Der Satz: “Jemand verkauft sich unter Wert.” bringt das zum Ausdruck.

Mehr Zeit für Familie

Dienstag, 31. August 2010

Betrachtet man die Ergebnisse jüngster Studien, zeigt sich ein deutlicher Trend ab. Privatleben und Familie nehmen einen höheren Stellenwert vor Karriere ein.
Heutzutage sind offensichtlich immer weniger Menschen sind bereit, ihr Familienleben gegen Arbeitsstunden zu tauschen.
Vor allem bei Vätern wächst der Wunsch, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Auf der anderen Seite allerdings möchten Frauen wieder mehr als nur in Teilzeit arbeiten. So jedenfalls stellt sich das Ergebnis des Monitors Familienleben 2010 dar, das vom Umfrageinstitut Allensbach für das Familienministerium erstellt wurde.
So sind Themen wie Familie und Beruf den Deutschen im Moment wichtiger als eine Steuersenkung oder die Gesundheitsreform.
Familienministerin Kristina Schröder formulierte es bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Berlin so: “Zeit ist die Leitwährung einer modernen Familienpolitik”.

In der Umfrage gaben 78 Prozent der Befragten an, dass ihnen der Bereich Familie sehr wichtig ist. Und damit liegen Arbeit mit 41 Prozent und Freundeskreis mit 45 Prozent deutlich dahinter.

Leider hat die Politik noch immer nicht auf das wachsende Bedürfnis der Menschen reagiert. Für Frauen ist es nach wie vor ein Drahtseilakt, Beruf und Familie unter einen Hut zu kriegen. Das gaben immerhin 63 Prozent aller Befragten, bei Müttern von kleinen Kindern oder Jugendlichen sogar 72 Prozent an.
Sie wünschen sich für Schulen und Kindergärten flexiblere Betreuungszeiten. Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen stehen ebenfalls hoch oben auf der Wunschliste.

Schröder verurteilte bei der Vorstellung der Studie die bisher in Unternehmen herrschende “familienfeindliche Präsenzkultur”. Ihr Anliegen: Arbeit soll künftig nach ihrer Qualität bewertet werden und nicht nach der Zahl der geleisteten Stunden.

Passend dazu startet im Herbst – initiiert vom Familienministerium und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Initiative “Flexible Arbeitszeiten”. Ziel sind insgesamt mehr Teilzeitstellen, die nur wenige Stunden unter Vollzeit sind. Damit wäre ein Schritt in die richtige Richtung getan, denn laut Umfrage zufolge wollen 60 Prozent der Männer gern ihre Arbeitszeit für die Familie reduzieren.

Berufswechsel leicht gemacht

Freitag, 20. August 2010

Haben Sie einen Job, den Sie nicht lieben? Denken Sie am Sonntag schon mit Schrecken daran, dass es morgen wieder losgeht? Oder sind Sie regelmäßig krank, ausgelaugt und ausgepowert?
Dann ist es vielleicht an der Zeit, den alten Job an den Nagel zu hängen und über einen Jobwechsel oder einen kompletten Neustart nachzudenken.

Viele von uns halten über Jahre an einer Arbeit fest, die ihnen weder gefällt, noch liegt, geschweigedenn die sie zu Höchstleistungen motiviert. Die Gründe sind vielfältig. An erster Stelle steht natürlich das Sicherheitsbedürfnis. Nach dem Motto: Lieber den Spatz in der Hand, statt die Taube auf dem Dach.” klammern wir uns an eine Arbeit, die uns buchstäblich krank macht.

Aber manchmal ist es gar nicht das, sondern eher eine gewisse Rat- und Ideenlosigkeit, die den Sprung in etwas Neues verbaut. Gerade, wenn man über Jahrzehnte in einer Branche festgefahren ist, fällt es schwer, den Kurs zu wechseln und einen neuen Hafen anzusteuern.
Was soll ich denn überhaupt machen? steht dann als Frage im Raum. Das Gefühl für die eigenen Fähigkeiten, das Wissen um die Kompetenz und die Intuition für den Weg gehen besonders schnell verloren, wenn man über Jahre “auf einem Feld gräbt”.

Oft hilft nur eine kompetente Beratung aus diesem Dilemma heraus. Da bietet sich zum Beispiel ein Berufscoaching an. Dort kann man gemeinsam mit dem Coach klären, wo denn die Interessen sind, was motiviert, wo Fähigkeiten im Verborgenen schlummern und welche Träume man vielleicht schon beerdigt hat, die gerade in der Situation ein hilfreicher Wegweiser sein können.

Einen Neustart ist immer ein Wagnis. Aber stets eins, das belohnt wird. Mit mehr Freude, Lebendigkeit und Gesundheit. Darauf sollten Sie nicht verzichten.

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns an! Wir beraten und unterstützen Sie gern.

Mehr Selbstbewusstsein- Teil I

Donnerstag, 12. August 2010

Haben Sie schon einmal versucht, sich vor den Spiegel zu setzen, sich in die Augen zu schauen und zu sagen: “Du bist ein wundervoller Mensch und ich liebe dich genau so, wie du bist!”?
Nein? Dann sollten Sie es ab und an in Ihren Alltag einbauen. Vor allem dann, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Selbstbewusstsein könnte eine Stärkung gut gebrauchen.

Beobachten Sie sich einmal selbst, wie oft am Tag  Sie an sich herumkriteln und mäkeln.

“Man bist du blöd” oder “Na das hast du ja wieder großartig hinbekommen!” sind noch die harmlosen Sätze, mit denen wir oft genug die Missachtung gegenüber unserem eigenen Handeln ausdrücken. Dabei möchten wir eigentlich selbstbewusster sein. Wir schielen zu anderen und bewundern ihr forsches und offenes Auftreten.

Sein Selbstbewusstsein zu stärken, ist weniger eine Hau-Ruck-Aktion, als vielmehr ein Prozess. Sie kommen in seinem Verlauf nicht daran vorbei, sich die Frage zu stellen: ” In welcher Beziehung stehe ich eigentlich zu mir?” Und “Wie sehr bin ich mir meiner Selbst bewusst?”. Kennen Sie sich überhaupt? Wissen Sie genau, was Sie mögen, wollen, wünschen?

Die Arbeit an der Einstellung zu sich selbst, setzt eine tiefe Bereitschaft voraus, sich zu hinterfragen. Nicht kritisch im Sinne von: “Was habe ich denn da wieder gemacht?”, sondern ganz primär.

Fangen Sie mit folgenden Fragestellungen an:
Warum fühle ich mich nicht selbstbewusst?
Wer oder was hindert mich scheinbar daran?
Sind die Sätze, die ich mir sage meine eigenen, oder hat man so früher mit mir gesprochen?
Wie gingen andere in meiner Kindheit mit mir und meinem SO-SEIN um?

Schreiben Sie die Antworten am besten auf.  Das ist ein erster Pfad. Es kann sein, dass Emotionen auftauchen. Schmerzhafte Erinnerungen. Lassen Sie sich halten, wenn das passiert und seien Sie gut zu sich. Wenn Sie Hilfe benötigen, rufen Sie mich an – ich unterstütze Sie gern auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein.

Der Feind als Freund

Montag, 09. August 2010

Feinde möchte man eigentlich nicht haben. Sie machen Angst, Ärger und schlichtweg ungute Gefühle. Am liebsten würde man ihnen ausweichen oder sie in die Hölle verdammen.

Dabei vergessen wir gern zwei Dinge. Erst einmal, dass wir mit unseren Feinden mehr zu tun haben, als uns wahrscheinlich lieb ist und dann, dass Feinde die entscheidenden Katalysatoren auf dem Weg der Selbsterkenntnis sind. Besonders im Büroalltag können Feinde zu hilfreichen Lehrmeistern werden. Aber auch im Privatleben, sind die “Arschengel”, wie der Coach Robert Betz sie nennt, zu Unrecht verkannte Wegweiser.

Fragen Sie sich doch zunächst einmal, ob Sie wirklich Opfer der Umstände sind, oder ob Sie sich nicht selbst zum Täter machen, indem Sie in die Opferrolle schlüpfen. Wie, meinen Sie? Ganz einfach. Opfer zu spielen, kann auch eine geschickte Taktik sein. Man sitzt auf einem moralischen Sockel und kann sich über andere beklagen, statt selbst zu handeln.

Spannend ist auch, sich mal anzusehen, was Sie denn genau von Ihrem Feind unterscheidet. Meist sind ja ja völlig unterschiedliche Sicht- oder Betrachtungsweisen. Anstatt sich darüber aufzuregen, können Sie dem Feind dankbar sein, dass er Ihnen ein Stück Ihrer eigenen Persönlichkeit zeigt. Sie ärgern sich über seine Großkotzigkeit? Dann sind Sie vielleicht ein kleinlauter Mensch, dem ein wenig mehr Lautstärke nicht schaden könnte.

Feinde fordern uns heraus. Wer noch nicht erkannt hat, dass das Leben keine andauernde Glücks- und Komfortzone ist, der wird spätestens durch einen Feind eines Besseren belehrt. Während wir es uns mit Freunden gemütlich machen, schubsen uns Feinde oft ins unbekannte Terrain. Gut so – denn Lehr- und Wachstumsphasen brauchen wir genauso wie die puschlige Sofazeit.

Am Ende geht es auch immer darum, zu sich selbst zu stehen. Zu erkennen, dass andere eben auch anders sind und es sein dürfen. Zu erkennen, dass man nicht immer auf die Matratzen steigen muss, um zu kämpfen und auch zu erkennen, dass Souveränität nicht gleich Egoismus ist.